02.06.2020

Unser Dorf soll Zukunft haben!

Im August 2011 schrieb ich, als Mitglied der Kreisbewertungskommission, einen Brief an die anderen Mitglieder der genannten Kommission, als Ermunterung sich Gedanken über das Erlebte zu machen.

Unser Dorf soll Zukunft haben!

So persiflierte ich das Motto unseres Dorfwettbewerbs seit einigen Jahren, genauer seit der Änderung der Ausrichtung des Wettbewerbs und der damit verbundenen Anpassung des Namens.
Unser Dorf soll Zukunft haben, ist aber bei genauerer Betrachtung gar nicht so sehr von der Hand zu weisen, wie es sicher auch vom Präger des Begriffs gemeint und beabsichtigt gewesen war.

Dorf

Nach fünf Wochen Bereisung der „schönsten Dörfer“ des Kreises Soest, dieses kann man sicher, in Anlehnung an den zuvor verwandten Begriff, „unser Dorf soll schöner werden“, sagen, war mir, wie auch anderen beteiligten Juroren, klar, dass entweder das neue Motto als selbsterfüllende Prophezeihung gedacht gewesen war, oder, wie immer wieder erlebt, die Begriffsänderung in den Köpfen der Bewohner einiger teilnehmender Dörfer, sowie bei uns selbst, noch nicht angekommen ist.

Unser Dorf soll schöner werden!

Jahrelang als verwendetes Motto des Wettbewerbs eine klare Richtschnur?
Doch was ist schön?
Liegt es nicht, wie sonst auch, im Auge des Betrachters?
Gerade in Zeiten des Wandels von Werten und Wertigkeiten, in Zeiten des Infragestellens von Tradition und nicht zuletzt Religion, war der Begriff SCHÖN in diesem Wettbewerb schon lange zu ersetzen.
Nun mit dem neuen Motto, „unser Dorf hat Zukunft“ stellen sich seit einigen Jahren völlig andere Anforderungen an die Darstellung des Dorfes und die Blickweise der Jurie.
Doch auch diese Begrifflichkeit, unser Dorf hat Zukunft ist irreführend, denn sie sollte in den Konjunktiv gesetzt werden, weil niemand weiß, was Zukunft hat, ja was Zukunft für Anforderungen an den Standort - Dorf - mitbringt und an die dort lebende Bevölkerung.
In gleicher Weise ist dieser Begriff auch für die Juroren sehr wenig konkret, so dass für die einzelnen Beurteilungskriterien eine Art Richtschnur erstellt wurde, die es nun vor dem Hintergrund des Begriffes Zukunft und der sich bereits im „Hier und Jetzt“ zeigenden Gegenwartsparameter, die Zukunft gestalten, zu beurteilen gilt.
Denn wenn ich ein Ergebnis des Besuches von 50 Dörfern im Kreis Soest benennen sollte, außer dass es schön war und sich die Protagonisten alle Mühe gaben ihre Dörfer von der Seite zu zeigen, von der sie meinten, sie würde den bekannten Anforderungskriterien nahe kommen, so ist es, dass der von mir anfangs scherzhaft gemeinte Begriff:

Unser Dorf soll Zukunft haben!
zumindest für die Bewertungskommission in den nächsten Wochen als Leitfaden durch die Gedanken an zukünftige Bereisungen ziehen sollte.
Zukunft ist angesichts des demographischen Wandels ganz klar ein Problem der Bevölkerungszahlen, also aufgrund zurückgehender Geburten, eine Frage von Integration.
Nur durch Zuzug von Menschen, die ein Leben auf dem Lande, einem Leben in der Stadt vorziehen, wird auf Dauer Zukunft zu sichern sein.
In diesem Zusammenhang ist also in besonderer Weise der Mensch im Dorf gefragt, so er Zukunft will, wie gehe ich mit Menschen um, „die in mein Dorf ziehen“?
Diese Frage bezieht sich nicht auf die Menschen, die man bisher im Dorf zu erwarten hatte, sondern auf jene Menschengruppe, die sich aufgrund statistischer Parameter, bereits jetzt, besonders aber in Zukunft, erheblich von den Menschen unterscheidet, die derzeit im Quartier Dorf leben.
Diese Gedanken beziehen sich hier, bis jetzt, nur auf Menschen, die eine deutsche oder mitteleuropäische Sozialisation vorzuweisen haben.
Menschen, die nicht mehr einer großen Christlichen Gemeinschaft angehören, weil sie im anderen Teil Deutschlands geboren und aufgewachsen sind.
Menschen, die sich uniformtragende Traditionen aus den unterschiedlichsten Gründen nicht zu eigen machen wollen. Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Präferenz eine nicht immer dorfkompatible Form von Lebensgemeinschaft leben.
Menschen, deren bevorzugte Sportart nicht aus Fußball besteht.
Redete ich bisher von Menschen mit mitteleuropäischer Sozialisation, dürfen wir natürlich auch nicht die Menschengruppen vergessen, die zur Zeit noch aktiv am Bevölkerungswachstum unseres Planeten beteiligt sind.
Menschen, die aus anderen Kulturkreisen, Erdteilen und/oder anderer religiöser Sozialisation stammen.
Ein Atheist, der in einem islamisch geprägten Kulturraum aufwuchs ist kaum mit einem Atheisten zu vergleichen, der in dörflicher Umgebung seinen nicht vorhandenen Glauben artikuliert.
Wie viele Hindus, Moslems, Buddhisten oder Manichäer sind in heimischen Schützenbruderschaften anzutreffen?
Wie viele Frauen waren Schützenköniginnen?
Wie werden die Rechte und Interessen von Frauen berücksichtigt?
Ledige Frauen sind in solchen Vereinssystemen automatisch ausgegrenzt, zumindest dann, wenn sie ins Dorf ziehen und nicht aufgrund der Mitgliedschaft ihres Vaters toleriert werden können.
Aussagen wie: „Unsere Frauen sind automatisch durch uns Mitglied“, sind ja wohl seit der sozialliberalen Änderung der Familiengesetzgebung in den Siebziger Jahren obsolet.
Dorfgemeinschaften, die ihre Vereinssatzungen nicht an die Parametern des Grundgesetzes angleichen, müssen schon triftige Gründe aufweisen, um diesen Umstand zu rechtfertigen.
Zukunft wird auch im Dorf daran zu messen sein, wie man dort mit den durch Demografie bestimmten Anforderungen an Integration umgeht.
Wie sehen die Satzungen der Vereine aus und nimmt man sie wirklich ernst oder stehen sie nur auf dem Papier?
Was passiert, wenn tatsächlich einmal ein Türke den Vogel abschießt?
Wie sieht es im Alltag mit der Integration in unseren Dörfern aus?
Oder handelt es sich doch nur um hermetische Lebensräume, die schnell an ihre satzungsgemäßen Grenzen stoßen, wenn es dann dazu kommen sollte, dass Toleranz gefragt und gefordert ist?
Nicht die Anzahl der Vereinsmitglieder bzw. die Anzahl der Vereine ist in einem Dorf ausschlaggebend zukunftsweisend, sondern die Frage wie gehen wir mit den Menschen um, die aufgrund von Religionszugehörigkeit oder deren fehlen, oder ihres Geschlechts gar nicht Mitglieder von Vereinen werden können?
Ein Dorfwettbewerb, der vorhandene hermetische Prinzipien gutiert, ist in keiner Weise dazu geeignet, zukunftsweisend Dörfern Unterstützung zu geben, sondern ermuntert sie, weiter einen Weg zu beschreiten, der in der Zukunft, die sich ja bekanntlich aus Gegenwart und Vergangenheit entwickelt, keinen attraktiven Ort zum Leben von Menschen, die in dieser Hermetik nicht willkommen sind, zu bieten hat.
Unter diesen Gesichtspunkten sollten wir orientiert an Zukunft und dem was wir zur Zeit in Dorf vorfinden, die Bewertungskriterien alle auf ihre Zukunftsfähigkeit hin überprüfen und gegebenenfalls dahingehend anpassen, dass wir zukünftig allen Ernstes einen Beitrag zur Weiterentwicklung des Quartierraumes Dorf im Rahmen dieses Wettbewerbs leisten können.
Das Motto „unser Dorf soll Zukunft haben“ sollten wir ernsthaft verfolgen, denn das was uns derzeit geboten wird hat nur wenig mit der Entwicklung von Zukunft zu tun, es ist augenscheinlich viel zu kurzfristig gedacht.
Wir brauchen Zukunft für Quartier Dorf, die sich nicht auf die nächsten fünf Jahre reduziert oder sich auf den nächsten Wettbewerb bezieht, sondern Zukunft, die angesichts oder trotz sich ändernder Lebensbedingungen, Dorf als einen Ort darstellen kann, der sich der Herausforderung Zukunft stellt, ohne sich durch hermetisch angelegte Instrumente der Ausgrenzung, beherrschen zu lassen.

Udo Müller, Sprecher Ov. Ense




07.03.2020

Vaterlandsliebe

Robert Habeck hat erklärt, er könne mit dem Begriff Vaterlandsliebe nichts anfangen.
Das hätte ich unkommentiert so stehen gelassen, allerdings meinen Menschen anderer Parteien, um nur einen zu nennen, auch Paul Ziemiak, dass man jemandem, der sein Vaterland nicht liebt, keine politische Verantwortung für dieses geben solle.

Ich fragte mich, wann ich mit diesem Begriff zuerst konfrontiert wurde und in welchem Zusammenhang.
Vaterland.
Das Land meines Vaters – ja, da hatte ich was in meinem Gedächtnis.
Mein Vater war Teilnehmer der Zweiten Weltkriegs von der ersten Stunde an und hat nach seiner Gefangennahme durch russische Soldaten noch bis eine Woche vor Weihnachten 1949 in russischer Kriegsgefangenschaft verbracht.
„Für Führer, Volk und Vaterland!“ hatte man ihm gesagt.
„Der Dank des Vaterlands ist Dir gewiss...“ sagte mein Vater dazu.
Er hatte also ein Vaterland gehabt, das ihn in den Krieg schickte.

Meint Paul Ziemiak dieses Vaterland und dass Robert Habeck das lieben sollte?
Das glaube ich allerdings nicht.
Mein Vater hatte nach dem Zweiten Weltkrieg ein anderes Vaterland, eines in dem Herr Adenauer Bundeskanzler war und in dem es darum ging, Reparationszahlungen zu leisten und das Land wieder auf zu bauen – er hat mit gemacht, genau wie meine Mutter.
Mein Vater wurde in den Krieg geschickt, ich befasse mich gerade mit seiner Geschichte, und durfte für das Vaterland sein Leben aufs Spiel setzen. Er hatte Glück, diesen Irrsinn des Vaterlandes zu überleben. Nein, Vaterlandsliebe ist genau darum ein richtiger Irrsinn. Wenn ich meine Eltern betrachte, hat man von ihnen erwartet, das Hitlerreich ebenso zu lieben, wie die spätere Nachkriegsdemokratie und das Land nach 1968.

Wenn man, so wie ich, in der Nachkriegszeit aufgewachsen ist, sich noch gut an Prügelpfarrer und Prügellehrer erinnert und erst nach den 68ern in einem Land lebte, in dem man eine eigene Meinung haben und sagen konnte, kann man mit dem Begriff Vaterland und ebenso mit Vaterlandsliebe nicht viel anfangen.
Anfangen kann ich aber vieles mit dem, was unser Land ausmacht, mit dem Grundgesetz und dem Versuch Gerechtigkeit gegenüber jeder und jedem walten zu lassen.
Mit der Sozialen Sicherung, mit der Justiz und mit der Beteiligung des Volkes in Kommunen, Kreisen, Landtagen und dem Bundestag.
All das findet in meinem Land statt, und dieses Land wegen dessen, was es repräsentiert zu lieben ist etwas ganz anderes als Vaterlandsliebe.
Ich bleibe lieber dabei, meine Frau zu lieben, tue aber alles, dass das Land in dem ich lebe es Wert ist geliebt zu werden.

Udo Müller, Sprecher Ov Ense



04.01.2020

Gemeindeentwicklungskonzept

Ja, wir brauchen ein Gemeindeentwicklungskonzept und ja, Entwicklung ist nötig, geradezu unverzichtbar. Daher ist es notwendig, sich im Vorfeld bereits Gedanken zu machen, wie die Gemeinde Ense in Jahrzehnten aussehen kann und was heute zu tun ist, um das Leben auch in fünfzig Jahren noch lebenswert zu gestalten.
Wenn es keine Entwicklung gegeben hätte, wären wir vielleicht noch auf dem Stand der Bandkeramiker, wir erinnern uns an die Ausgrabungen, stehen geblieben.
Der Begriff Gemeindeentwicklungskonzept fiel mehrmals im Rahmen des Neujahrsempfangs, ebenso wie Industriepark, Gewerbegebiet und vieles mehr, was mit dem großen Industriegebiet im Zusammenhang steht, das Ense vermeintlich nur zum Vorteil gereicht.
Vor einigen Jahren stellte der Autor die These auf, Ense müsse sich entscheiden, ob es eine industriell geprägte Gemeinde sein wolle, die sich mit Werl und Neheim messen wolle, oder eine landwirtschaftliche. An dieser Haltung hat sich nichts geändert.
Übrigens: Schon im Enser Leitbild wird eine primäre landwirtschaftliche Ausrichtung der Gemeinde Ense groß geschrieben.
Auch wenn von vielen Ensern die These vertreten wird, wir behalten beides im Auge, drängt sich doch immer mehr der Verdacht auf, Ense steuere – sehenden Auges – wachstumsgeblendet in eine Industriealisierung, die in absehbarer Zeit ein zweites Stockwerk erforderlich macht.
Sah ich den Konflikt noch vor Jahren als einen zwischen Industrie versus Landwirtschaft, sieht die Situation schon heute ganz anders aus, denn das was in Ense unter Landwirtschaft verstanden wird ist bereits dermaßen industriealisiert, dass wir schon heute von einer fast ausschließlich industriellen Nutzung des Gemeindegebietes ausgehen können.
Die Grünen Kreuze sprechen eine Sprache für sich, denn sie untermauern die Forderung nach einem Status quo in der Landwirtschaft und stellen sich offen gegen eine Beschränkung des Gifteinsatzes und den geforderten Tierschutz. Natürlich ist das, so kann man hören, eine Entscheidung des Verbrauchers, der ja nur billige Lebensmittel kaufen will.
Kommen wir zurück zum Gemeindeentwicklungskonzept, einer konzeptionellen Ausrichtung in die Zukunft.
Und was die Zukunft angeht, stellt sich die Frage, was für eine Art von Landwirtschaft der Verbraucher der Zukunft, bereit ist, zu bezahlen. Schon heute ist klar, die von unserer derzeitigen Bundesregierung favorisierten Mindeststandards werden nicht auf Dauer tragfähig sein. Auch das hat ein Gemeindeentwicklungskonzept zu berücksichtigen, denn was nützt es Ense, wenn die Bauern ihre Produkte nicht mehr vermarkten können.

Diese Thesen machen bereits Eines deutlich.
Ein Gemeindeentwicklungskonzept kann und darf nicht in irgend einem Raum des Enser Rathauses entwickelt werden, sondern muss vom ersten Federstrich an einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein, um Anregungen und Ideen einzubringen.
Wir wollen ja nicht nur ein Rathausentwicklungskonzept, das sich auf eine Gemeinde bezieht, die nur in den Köpfen einiger Weniger existiert.

Udo Müller, Sprecher Ov Ense



03.10.2019

Statement der Grünen in Ense zum Thema Philippinos


(Zeitungen kürzen, daher hier unser vollständiger Text)

Unser schönes Landleben in Ense ist aus unserer Sicht gar nicht mehr so beschaulich und einladend, wenn man sieht, was sich im Höinger Industriegebiet vor allem am Wochenende abspielt.
Der Fall der philippinischen LKW-Fahrer zeigt deutlich einen Missstand. Vor unserer Haustür herrschen Verhältnisse, wie wir sie mit der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung in den 1880er Jahren überwunden glaubten.
Ich will den Focus jetzt nicht auf das skandalöse Lohndumping legen, sondern auf die unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen der LKW-Fahrer in Höingen. Nachweislich lag ihr Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Ense. Diese Menschen haben hier über Monate, manche von ihnen sogar bis zu 18 Monate im LKW geschlafen, auf dem Parkplatz in Höingen gekocht, ihre Wäsche gewaschen und die Wochenenden sogar ohne fließendes Wasser verbringen müssen. Also auch ohne Duschen und ohne Toiletten. Am Ende waren die Fahrer gar mittellos und obdachlos. Gut, dass wir sie in unseren Flüchtlingsunterkünften schnell unterbringen konnten.
Und diese philippinischen Fahrer in Höingen ohne fließendes Wasser, Duschen und Toiletten sind kein Einzelfall, sondern Normalität. Regelmäßig kampieren LKW-Fahrer für verschiedene Unternehmen ganze Wochenenden in unserem Industriegebiet.
Aus unserer Sicht stehen Verwaltung und Rat in Ense in der Verantwortung diese unhaltbaren Zustände zu beenden. Dabei ist es uns möglich und auch politisch schon mal diskutiert worden, zumindest sanitäre Anlagen für die Fahrer bereitzustellen.
Wir stehen hier in einer sozialen Verantwortung als Gemeinde mit einem starken Industriegebiet. Haben wir es nötig, die Schwächsten auszubeuten? Hier sollte das Verursacherprinzip gelten. Das heißt, die Firmen müssen sich an den Kosten beteiligen. Sie können nicht allein der Allgemeinheit zugemutet werden.
Diese Missstände zu besprechen und möglichst rasch konkrete Maßnahmen zu ergreifen ist aus unserer Sicht eine wichtige Aufgabe für das Gemeindeentwicklungskonzept, das wir in Ense unter anderem aus diesem Grund dringend brauchen.

Dr. Stefani Konstanti für Fraktion und PARTEIVORSTAND Ense






Zum Thema Lebensmittelsicherheit, Ernährung und Umgang mit unserem Planeten und seinen Ressourcen eine Dokumentation.





26.05.2019
Wir danken allen Unterstützern, Wählern und FreundInnen.

Das Europawahlergebnis in Ense
Ense-2019

Falls es jemand noch nicht kennen sollte, das ist das Originalvideo vom 18.05.2019 und es macht Sinn es sich an zu sehen.




E-Mobilität, ein Opfer der POLITIK


Was Politik wirklich bewirken kann, sieht man an der E-Mobilität

Besser ausgedrückt, WAS POLITIK WIRKLICH „VERMURKSEN“ KANN.

Tatsächlich liegen die Entscheidungen mehr als 60 Jahre zurück, die Entscheidungen, die die E-Mobilität in Europa und damit der ganzen Welt vernichtet haben.
Darum fehlen uns jetzt mehr als 60 Jahre Entwicklungszeit.
Die heute bekannten Vorteile waren schon in den Fünfzigern bekannt, Oberleitungsbusse sorgten für sauberere Luft in den Innenstädten und Kleintransporter fuhren elektrisch.
Mitte der fünfziger Jahre formulierten die Fachleute ihre Forderungen zur Weiterentwicklung, doch die Politik ignorierte sie:
Am 6. April 1955 verabschiedete der Bundestag das Verkehrsfinanzgesetz, das bis dahin bestehende steuerliche Vorteile für Elektroautos aufhob. „Steuererhöhungen bis zu 575 Prozent“ für manche Elektroautos waren die Folge, weil die Steuern für Elektroautos, die damals zu hunderten auf den Straßen fuhren, nun nach dem Gewicht berechnet werden sollten. Betroffen waren der DKW Schnellaster, die elektrischen Paketwagen der Post und andere. Das „trug wesentlich zum Niedergang des Elektrofahrzeugs ab den 1950er-Jahren bei“. So beschreibt es Joel Fischer in der Fachzeitschrift „Das Archiv“.















Aktuell in Ense


Bremen am Rauschenberg
Alle reden von Biodiversität - und dann das!
Leider gibt es immer wieder Beispiele, bei denen man sich fragt, ja fragen muss, wie kann so was passieren?
buschBusch Das ist also Artenschutz in Ense: man holzt im Januar Bäume und Büsche ab, lässt sie so lange liegen, bis sich Vögel zum Brüten und andere Lebewesen eingenistet haben, und zerhäckselt erst dann, zusammen mit allem was darin lebte…
Wildlife - Kükenschreddern, sozusagen...die Schuld trägt wohl ein Subunternehmer, aber zu diesem Zeitpunkt hätte es niemals gestattet werden dürfen…
Es ist zu hoffen, dass das angesichts vergangener Gespräche, in Zukunft nicht wieder passiert.






Wann ist ein Baum ein Baum?


Das ist gar nicht so eine blöde Frage, wie man denken mag.
Wenn er einen Stamm hat und eine Krone, ebenfalls, wenn er ein ausgeprägtes Wurzelwerk hat und der Wurzelteller nicht von Menschen, die es nicht besser wussten, durchtrennt wurde.
Dieses nicht verletzt wird.
Als Mitglied der Dorfkommission hat man das Vergnügen die schönsten Dörfer des Kreises zu bereisen und wird da mit Bäumen konfrontiert, die teilweise schon einige Jahrhunderte stehen und die Zeiten überdauert haben.
Die Zeiten der Kriege und des Friedens.
Man trifft auf Bäume, die die Französische Revolution, bzw. die Zeit mit erlebt haben und auch auf Welche, die schon den Dreißigjährigen Krieg überlebten. Ja, auch im Kreis Soest stehen solche Bäume als Zeitzeugen.
Es werden aber immer weniger und bei jedem alten Baum gibt es Menschen, die sich für seinen Erhalt einsetzen, denn eine Säge kann auch alten Bäumen ein schnelles Ende bereiten.
Darum ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die sich für den Erhalt einsetzen, denen es ein Anliegen ist, die Bäume auch nachfolgenden Generationen zu übergeben.
Wenn man dann wieder an die langen Zeiträume denkt, die so ein alter Baum überlebt hat, kommt man schnell zu einer Gedankenkette, die ich hier vorstellen will.
Bäume überleben nur dann, wenn es in jeder Generation über Jahrhunderte hinweg Menschen gibt, denen der Erhalt ein Anliegen ist.
Was das heißt kann man sich lebhaft vorstellen, wenn man weiß wie schnell so ein Baum der Säge zum Opfer fallen kann.
Angesichts dieses Umstands und der Tatsache, wie einfach so ein Baumleben, auch wenn es Jahrhunderte währte, zu zerstören ist, muss uns der Schutz und der Erhalt von Bäumen ein besonderes Anliegen sein.
Leider kann man sich da nicht immer auf den gesunden Menschenverstand verlassen.



In Fukushima musste ein Radius von 80 Kilometern evakuiert werden und wird für Jahrhunderte unbewohnbar bleiben!

Doch wie sieht es bei uns in Deutschland aus?
Hier haben wir fiktive Evakuierungsradien von ja 80km um aktive deutsche Kernkraftwerke (Daten erstellt von Maximilian Schönherr)
Deutsch: Die Illustration zeigt fiktive 80km-Radien um die zurzeit in Deutschland aktiven Kernkraftwerke herum. Im Falle des massiven Austritts radioaktiver Strahlung bei Unfällen oder im nicht geregelten Betrieb wird ein solcher Radius zur Evakuierung der Bevölkerung durchaus in Erwägung gezogen. Große Teile Nordwest- und fast das gesamte Süddeutschland wären dann nicht mehr bewohnbar.
English: This illustrations shows a map of Germany with large white spots. These spots symbolize an 80km radius around each of Germany's current nuclear power plants. This radius in case of a radiation problem is purely fictious but has been called realistic by the International Atomic Energy Agency (IAEA) in case of severe problems with reactors like in Fukushima in March 2011. According to this map large areas of north and south Germany would be inhabitable in case of massive failures of all currently active nuclear power plants.

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