04.01.2020

Gemeindeentwicklungskonzept

Ja, wir brauchen ein Gemeindeentwicklungskonzept und ja, Entwicklung ist nötig, geradezu unverzichtbar. Daher ist es notwendig, sich im Vorfeld bereits Gedanken zu machen, wie die Gemeinde Ense in Jahrzehnten aussehen kann und was heute zu tun ist, um das Leben auch in fünfzig Jahren noch lebenswert zu gestalten.
Wenn es keine Entwicklung gegeben hätte, wären wir vielleicht noch auf dem Stand der Bandkeramiker, wir erinnern uns an die Ausgrabungen, stehen geblieben.
Der Begriff Gemeindeentwicklungskonzept fiel mehrmals im Rahmen des Neujahrsempfangs, ebenso wie Industriepark, Gewerbegebiet und vieles mehr, was mit dem großen Industriegebiet im Zusammenhang steht, das Ense vermeintlich nur zum Vorteil gereicht.
Vor einigen Jahren stellte der Autor die These auf, Ense müsse sich entscheiden, ob es eine industriell geprägte Gemeinde sein wolle, die sich mit Werl und Neheim messen wolle, oder eine landwirtschaftliche. An dieser Haltung hat sich nichts geändert.
Übrigens: Schon im Enser Leitbild wird eine primäre landwirtschaftliche Ausrichtung der Gemeinde Ense groß geschrieben.
Auch wenn von vielen Ensern die These vertreten wird, wir behalten beides im Auge, drängt sich doch immer mehr der Verdacht auf, Ense steuere – sehenden Auges – wachstumsgeblendet in eine Industriealisierung, die in absehbarer Zeit ein zweites Stockwerk erforderlich macht.
Sah ich den Konflikt noch vor Jahren als einen zwischen Industrie versus Landwirtschaft, sieht die Situation schon heute ganz anders aus, denn das was in Ense unter Landwirtschaft verstanden wird ist bereits dermaßen industriealisiert, dass wir schon heute von einer fast ausschließlich industriellen Nutzung des Gemeindegebietes ausgehen können.
Die Grünen Kreuze sprechen eine Sprache für sich, denn sie untermauern die Forderung nach einem Status quo in der Landwirtschaft und stellen sich offen gegen eine Beschränkung des Gifteinsatzes und den geforderten Tierschutz. Natürlich ist das, so kann man hören, eine Entscheidung des Verbrauchers, der ja nur billige Lebensmittel kaufen will.
Kommen wir zurück zum Gemeindeentwicklungskonzept, einer konzeptionellen Ausrichtung in die Zukunft.
Und was die Zukunft angeht, stellt sich die Frage, was für eine Art von Landwirtschaft der Verbraucher der Zukunft, bereit ist, zu bezahlen. Schon heute ist klar, die von unserer derzeitigen Bundesregierung favorisierten Mindeststandards werden nicht auf Dauer tragfähig sein. Auch das hat ein Gemeindeentwicklungskonzept zu berücksichtigen, denn was nützt es Ense, wenn die Bauern ihre Produkte nicht mehr vermarkten können.

Diese Thesen machen bereits Eines deutlich.
Ein Gemeindeentwicklungskonzept kann und darf nicht in irgend einem Raum des Enser Rathauses entwickelt werden, sondern muss vom ersten Federstrich an einer breiten Öffentlichkeit zugänglich sein, um Anregungen und Ideen einzubringen.
Wir wollen ja nicht nur ein Rathausentwicklungskonzept, das sich auf eine Gemeinde bezieht, die nur in den Köpfen einiger Weniger existiert.

Udo Müller, Sprecher Ov Ense



03.10.2019

Statement der Grünen in Ense zum Thema Philippinos


(Zeitungen kürzen, daher hier unser vollständiger Text)

Unser schönes Landleben in Ense ist aus unserer Sicht gar nicht mehr so beschaulich und einladend, wenn man sieht, was sich im Höinger Industriegebiet vor allem am Wochenende abspielt.
Der Fall der philippinischen LKW-Fahrer zeigt deutlich einen Missstand. Vor unserer Haustür herrschen Verhältnisse, wie wir sie mit der Bismarck’schen Sozialgesetzgebung in den 1880er Jahren überwunden glaubten.
Ich will den Focus jetzt nicht auf das skandalöse Lohndumping legen, sondern auf die unwürdigen Arbeits- und Lebensbedingungen der LKW-Fahrer in Höingen. Nachweislich lag ihr Arbeits- und Lebensmittelpunkt in Ense. Diese Menschen haben hier über Monate, manche von ihnen sogar bis zu 18 Monate im LKW geschlafen, auf dem Parkplatz in Höingen gekocht, ihre Wäsche gewaschen und die Wochenenden sogar ohne fließendes Wasser verbringen müssen. Also auch ohne Duschen und ohne Toiletten. Am Ende waren die Fahrer gar mittellos und obdachlos. Gut, dass wir sie in unseren Flüchtlingsunterkünften schnell unterbringen konnten.
Und diese philippinischen Fahrer in Höingen ohne fließendes Wasser, Duschen und Toiletten sind kein Einzelfall, sondern Normalität. Regelmäßig kampieren LKW-Fahrer für verschiedene Unternehmen ganze Wochenenden in unserem Industriegebiet.
Aus unserer Sicht stehen Verwaltung und Rat in Ense in der Verantwortung diese unhaltbaren Zustände zu beenden. Dabei ist es uns möglich und auch politisch schon mal diskutiert worden, zumindest sanitäre Anlagen für die Fahrer bereitzustellen.
Wir stehen hier in einer sozialen Verantwortung als Gemeinde mit einem starken Industriegebiet. Haben wir es nötig, die Schwächsten auszubeuten? Hier sollte das Verursacherprinzip gelten. Das heißt, die Firmen müssen sich an den Kosten beteiligen. Sie können nicht allein der Allgemeinheit zugemutet werden.
Diese Missstände zu besprechen und möglichst rasch konkrete Maßnahmen zu ergreifen ist aus unserer Sicht eine wichtige Aufgabe für das Gemeindeentwicklungskonzept, das wir in Ense unter anderem aus diesem Grund dringend brauchen.

Dr. Stefani Konstanti für Fraktion und PARTEIVORSTAND Ense






Zum Thema Lebensmittelsicherheit, Ernährung und Umgang mit unserem Planeten und seinen Ressourcen eine Dokumentation.





26.05.2019
Wir danken allen Unterstützern, Wählern und FreundInnen.

Das Europawahlergebnis in Ense
Ense-2019

Falls es jemand noch nicht kennen sollte, das ist das Originalvideo vom 18.05.2019 und es macht Sinn es sich an zu sehen.




E-Mobilität, ein Opfer der POLITIK


Was Politik wirklich bewirken kann, sieht man an der E-Mobilität

Besser ausgedrückt, WAS POLITIK WIRKLICH „VERMURKSEN“ KANN.

Tatsächlich liegen die Entscheidungen mehr als 60 Jahre zurück, die Entscheidungen, die die E-Mobilität in Europa und damit der ganzen Welt vernichtet haben.
Darum fehlen uns jetzt mehr als 60 Jahre Entwicklungszeit.
Die heute bekannten Vorteile waren schon in den Fünfzigern bekannt, Oberleitungsbusse sorgten für sauberere Luft in den Innenstädten und Kleintransporter fuhren elektrisch.
Mitte der fünfziger Jahre formulierten die Fachleute ihre Forderungen zur Weiterentwicklung, doch die Politik ignorierte sie:
Am 6. April 1955 verabschiedete der Bundestag das Verkehrsfinanzgesetz, das bis dahin bestehende steuerliche Vorteile für Elektroautos aufhob. „Steuererhöhungen bis zu 575 Prozent“ für manche Elektroautos waren die Folge, weil die Steuern für Elektroautos, die damals zu hunderten auf den Straßen fuhren, nun nach dem Gewicht berechnet werden sollten. Betroffen waren der DKW Schnellaster, die elektrischen Paketwagen der Post und andere. Das „trug wesentlich zum Niedergang des Elektrofahrzeugs ab den 1950er-Jahren bei“. So beschreibt es Joel Fischer in der Fachzeitschrift „Das Archiv“.















Aktuell in Ense


Bremen am Rauschenberg
Alle reden von Biodiversität - und dann das!
Leider gibt es immer wieder Beispiele, bei denen man sich fragt, ja fragen muss, wie kann so was passieren?
buschBusch Das ist also Artenschutz in Ense: man holzt im Januar Bäume und Büsche ab, lässt sie so lange liegen, bis sich Vögel zum Brüten und andere Lebewesen eingenistet haben, und zerhäckselt erst dann, zusammen mit allem was darin lebte…
Wildlife - Kükenschreddern, sozusagen...die Schuld trägt wohl ein Subunternehmer, aber zu diesem Zeitpunkt hätte es niemals gestattet werden dürfen…
Es ist zu hoffen, dass das angesichts vergangener Gespräche, in Zukunft nicht wieder passiert.






Wann ist ein Baum ein Baum?


Das ist gar nicht so eine blöde Frage, wie man denken mag.
Wenn er einen Stamm hat und eine Krone, ebenfalls, wenn er ein ausgeprägtes Wurzelwerk hat und der Wurzelteller nicht von Menschen, die es nicht besser wussten, durchtrennt wurde.
Dieses nicht verletzt wird.
Als Mitglied der Dorfkommission hat man das Vergnügen die schönsten Dörfer des Kreises zu bereisen und wird da mit Bäumen konfrontiert, die teilweise schon einige Jahrhunderte stehen und die Zeiten überdauert haben.
Die Zeiten der Kriege und des Friedens.
Man trifft auf Bäume, die die Französische Revolution, bzw. die Zeit mit erlebt haben und auch auf Welche, die schon den Dreißigjährigen Krieg überlebten. Ja, auch im Kreis Soest stehen solche Bäume als Zeitzeugen.
Es werden aber immer weniger und bei jedem alten Baum gibt es Menschen, die sich für seinen Erhalt einsetzen, denn eine Säge kann auch alten Bäumen ein schnelles Ende bereiten.
Darum ist es wichtig, dass es Menschen gibt, die sich für den Erhalt einsetzen, denen es ein Anliegen ist, die Bäume auch nachfolgenden Generationen zu übergeben.
Wenn man dann wieder an die langen Zeiträume denkt, die so ein alter Baum überlebt hat, kommt man schnell zu einer Gedankenkette, die ich hier vorstellen will.
Bäume überleben nur dann, wenn es in jeder Generation über Jahrhunderte hinweg Menschen gibt, denen der Erhalt ein Anliegen ist.
Was das heißt kann man sich lebhaft vorstellen, wenn man weiß wie schnell so ein Baum der Säge zum Opfer fallen kann.
Angesichts dieses Umstands und der Tatsache, wie einfach so ein Baumleben, auch wenn es Jahrhunderte währte, zu zerstören ist, muss uns der Schutz und der Erhalt von Bäumen ein besonderes Anliegen sein.
Leider kann man sich da nicht immer auf den gesunden Menschenverstand verlassen.



In Fukushima musste ein Radius von 80 Kilometern evakuiert werden und wird für Jahrhunderte unbewohnbar bleiben!

Doch wie sieht es bei uns in Deutschland aus?
Hier haben wir fiktive Evakuierungsradien von ja 80km um aktive deutsche Kernkraftwerke (Daten erstellt von Maximilian Schönherr)
Deutsch: Die Illustration zeigt fiktive 80km-Radien um die zurzeit in Deutschland aktiven Kernkraftwerke herum. Im Falle des massiven Austritts radioaktiver Strahlung bei Unfällen oder im nicht geregelten Betrieb wird ein solcher Radius zur Evakuierung der Bevölkerung durchaus in Erwägung gezogen. Große Teile Nordwest- und fast das gesamte Süddeutschland wären dann nicht mehr bewohnbar.
English: This illustrations shows a map of Germany with large white spots. These spots symbolize an 80km radius around each of Germany's current nuclear power plants. This radius in case of a radiation problem is purely fictious but has been called realistic by the International Atomic Energy Agency (IAEA) in case of severe problems with reactors like in Fukushima in March 2011. According to this map large areas of north and south Germany would be inhabitable in case of massive failures of all currently active nuclear power plants.

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